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Die Alte und die Vergänglichkeit

Die Alte, Vergänglichkeit und Zeit

Sie sitzt auf der Terrasse, in ihren Schaukelstuhl gelehnt. Vor ihr steht ein kleines Tischlein,

darauf ihr vor Hitze dampfender Kaffee.

Die Sonne scheint auf ihr geprägtes Gesicht. In tiefen Kerben und Falten steht die Zeit geschrieben.

Zeiten,in denen ihre einst so wunderbar blau strahlenden Augen so vieles gesehen hatten.

Sie ist das Bildnis. In ihr zeigt sich die Vergänglichkeit. Die Zeiten, die verstreichen. Zeiten, in denen man

lacht und weint. Genießt und leidet. Zeiten, die sich ereignen und im nächsten Moment unwiederbringbar

vorüberziehen.

Die alte Frau ist längst in Gedanken versunken. Gedanken, in denen sie sich nochmals besinnt. Ein Rückblick,

in ihre Kindheit, ihre Jugend. Sie erinnert sich zurück, als sie noch mit ihrem Vater auf dem Spielplatz gespielt

hatte. Er sie durch die Luft schwang und sie auf die Stirn küsste. An ihre Jugend, als sie in den Spiegel blickte,

in ihre damals noch vollkommene Schönheit. An ihre Hochzeit, in ihrem wunderschönen weißen Kleid. Diese Erinnerungen zaubern der alten Frau ein Schmunzeln ins Gesicht. Ein warmes, herzliches Schmunzeln.

Doch Erinnerungen sind Vergangenheit. Eine Vergangenheit die jemanden prägt und zu dem macht was er

heute ist. Erlegen dem Fluss des Geschehens und der Ereignisse. Die Zeit und ihre Vergänglichkeit.

Das Gesicht der Alten formt erneut die traurige Miene. Eine Miene, die selbst ein Herz aus Stein zum Mitgefühl

zwingt. Sie nimmt einen kleinen Schluck ihres Kaffees, stellt die Tasse zurück auf den Tisch und blickt auf ihre Hände.

Dieselben gezeichneten Hände, die schon so viel Arbeit vollrichtet hatten. Dieselben gezeichneten Hände, die einst ihr Baby in den Arm nahmen. Dieselben Hände, die jahrelang über die Haut ihres Mannes gestrichen waren. Dieselben Hände, die ihn schlussendlich auch zu Grabe trugen.

Sie verlor ihren Mann, und vieles mehr was sie so sehr geliebt hatte. Alles erlegen in der Vergänglichkeit der Zeit.

Und soviel hatte sie gewonnen. Das strahlende Lächeln ihrer Enkelkinder.

Die Zeit ist wie ein Fluss, und du selbst stehst am Rande und trägst für dich selbst die Entscheidung, ob du am Ufer bleibst oder den Sprung in die Fluten wagst, und die Chance ergreifst, die tausenden Wege zu erkennen, die die Zeit und das Leben mit sich bringt. Wege die man gehen kann. Und das alles, in dem Wissen, dass man die Chance besitzt über den Weg den man einschlägt frei zu entscheiden. Ihn nur so lange gehen zu braucht, solange er einem gut tut und jederzeit einen neuen Weg einschlagen kann.

Mittlerweile hat sie ihren Kaffee ausgetrunken und die Hände in den Schoß gelegt. Ihre Gedanken, ihre Zeitreise

waren mittlerweile in der Gegenwart angekommen und zaubern der Alten erneut ein Lächeln ins Gesicht. Ihr ist bewusst was sie erreicht hat in ihrem Leben. Ihr ist bewusst, dass sie auf ein schönes und erfülltes Leben hinter sich hatte. Sie spürt das ihr Leben sich nun dem Ende zuneigt, doch sie blickt dem Ende, angesichts einer glücklichen Vergangenheit, gelassen entgegen. Sie schließt die Augen, immernoch ihr größzügiges Lächeln im Gesicht, und atmet ein letztes mal tief ein.

Die Luft entströmt langsam aus ihrer Nase. Der letzte Atemzug.Die Vergänglichkeit ist besiegelt.

Man sollte in sich selbst sehen, nicht die Uhr besitzen sondern die Zeit. Erkennen, dass die Vergangenheit vorbei ist,

vielleicht noch eine Erinnerung, aber das Leben in der Gegenwart stattfindet. Man bestimmte Dinge hinter sich lassen muss, um neue für sich zu gewinnen und jederzeit einen anderen Weg einschlagen kann.

Nicht die Zeit verstreichen lassen, sondern das Leben leben und ausschöpfen. Sodass man auch selbst einmal dem Ende gelassen entgegebblicken kann. Mit der Erkenntnis der Vergänglichkeit.

'Ein erfülltes Leben zeigt sich dadurch, das bei deiner Geburt alle gelacht haben während du weintest. Und an deinem Grabe alle weinen während du lächelnd gehst.'

ein bisschen was zum nachdenken

7.2.09 19:57
 


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